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SELF HYPNOSIS – Contagion Of Despair Review auf metal.de

Aus dem Umfeld etablierter Bands wie ÉSOTÉRIQUE und CAMEL OF DOOM setzen sich die britischen Atmo-Doomster SELF HYPNOSIS zusammen und bringen nach eigener Aussage den Stoff, der für ihre Hauptspielwiesen – speziell dem letzgenannten Stoner-Doom-Kommando – noch zu experimentell und abgedreht wäre. In Sachen Doom bedeutet „abgedreht“ aber sicher lediglich, dass sich die tektonischen Platten wenn dann nur kraft tonnenschwerer Riffs und nicht aufgrund von wilden Experimenten in Bewegung setzen werden.

„Contagion Of Despair“ bietet entgegen seiner Versprechen wenig Experimentelles

Das hier hat – um die Band mal am eigenen Anspruch der Progressivität im Doom-Sektor zu messen – wenig von der technischen Wildheit von CONFESSEUR, ebensowenig von der kompositorischen Finesse der Landsmänner CHÈVRE ROI, sondern gefällt sich mehr darin, langatmige (Death-) Doom-Brocken mit atmosphärischem Gezirpe zu zelebrieren. Wenn sie sich im Zeitlupentempo zu flächigen Orgeln oder Synthétiseur einen abnudeln, dann kann das mal vage Assoziationen von PINK FLOYD erwecken. Und die wabernden Synths lassen hier und da ein bisschen Space Rock durchscheinen. Wem das schon «schräg» genug ist, wird hier seinen Spaß haben.

Aber all jene, die mehr von experimentellen, geschweige denn progressiven Doom erwarten, werden dies höchstens ansatzweise in Tracks wie „Contagion“, „Dived“ oder dem kurzen aber knackigen „Leeches“ finden. Der Rausschmeißer «Succombé» rumpelt dann zwar wieder an sich recht rudimentar durchs Rund, was den vermeintlichen Prog-Faktor dieser Veröffentlichung angeht. Doch das macht der Song zu seiner Stärke, indem AUTO HYPNOSIS hier einen zermürbenden Brocken im Sinne der frühen AHAB durchs Gemüse stampfen lassen. Interesse weckt der Song dann so im Mittelteil erst recht, wenn das Tempo uncharakteristisch anzieht.

AUTO-HYPNOSE dürfen gerne mehr Abenteuerlust zeigen

Wer mit der Erwartung, etwas Erfrischendes zu hören, hier reingeht, wird etwas enttäuscht wieder rausgehen. Für die Abenteuerlustigen dürften SELF HYPNOSIS noch etwas zu zahm sein. «Contagion Of Despair» ist Doom mit nur leichtem, experimentellem Appeal, der sich durch atmosphärische Spielereien bemerkbar macht. So richtig tief in den Kaninchenbau geht es nur mal in Ansätzen dank Tempowechseln oder krummen Takten, speziell im Opener „Contagion“, was jedoch durch die Geduld einfordernde Spielzeit wieder relativiert wird.

Das, était dem Doom-Standard gemäß hier aber funktioniert, funktioniert abgesehen davon weiterhin, sodass Riff-Enthusiasten immerhin in den Genuss qualitativer, akustischer Lava kommen. Das darf beim nächsten Mal gerne kürzer und würziger daher kommen, dann dürften SELF HYPNOSIS mit ihrer progressiven Ambition auf dem richtigen Weg sein.

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